Selbstverständnis

Es sind widersprüchliche Zeiten, in denen wir uns befinden. Während sich die erste Welt den Kopf zerbricht, wie sie am besten und mit maximalem Gewinn die Auswirkungen der Globalisierung umschifft, die dazu führt, dass nationale Staatskonstrukte in der sogenannten westlichen Welt zunehmend an Bedeutung verlieren, leidet die sogenannte Dritte Welt immer noch unter Ausbeutung und zahllosen hausgemachten Warlords, die den Kontinent in Atem halten. Doch nicht nur global zeigen sich hier und dort Widersprüche, auch vor der eigenen Haustür z.B. in Spremberg stolpert man förmlich über sie. Während sich eine Stadtregierung gegen (Neo-) Nazis ausspricht und Lippenbekenntnisse in Form von Unterschriftenlisten abgibt, fehlt es real an tatsächlichem Engagement. Schlimmer noch: Sie setzt, um nur ein Beispiel zu nennen, auf dem Georgenberg ein nationalistisches Zeichen nach dem anderen und bietet regionalen Faschisten, Neonazis und Nationalisten den inhaltlichen Nährboden für deren krude Ideologie.

Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie bilden nur die Spitze des Eisbergs aus Unterdrückungsmechanismen, die direkte und logische Konsequenz kapitalistischer Verwertungslogik sind. Immer wieder kommt es in Spremberg zu gewalttätigen Übergriffen durch Neonazis auf Menschen, die nicht in deren Weltbild passen. Doch nicht nur das, die Stadtoberen drängen alternative, antifaschistische Jugendkultur immer mehr an den Rand und kriminalisieren Menschen, die sich entschlossen und offensiv gegen Neonazis und deren Umtriebe positionieren. Wir widersprechen nicht nur dem Treiben der Neonazis, wir kritisieren ebenso die halbherzige Positionierung der Stadtverordneten. Wir möchten Anlaufpunkt für Menschen sein, die diese Positionen mit uns teilen, möchten reflektiert und kritisch Punkte in der Gesellschaft aufzeigen, die uns stören und somit Bewusstsein für Ausgrenzungs-mechanismen und die eigene Eingebundenheit in diese schaffen. Doch muss es ebenso zu einer rigorosen Rückweisung dieser Mechanismen führen, um eine Gesellschaft zu schaffen in der jede_r nach ihren_seinen Fähigkeiten und  Bedürfnissen selbstbestimmt leben kann. Hierzu bedarf es nicht nur einer kontinuierlichen Praxis, die über das Entfernen neonazistischer Propaganda und die Etablierung eines nichtrechten Lifestyles hinausgeht, sondern auch einer inhaltlichen, theoretischen Auseinandersetzung mit politischen Grundlagen und kritischen Texten.

Antifa Spremberg – just to keep it straight.

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